2019

 




 

 

Erinnerungsgang 2019

 

Nichts ist vergessen, niemand ist vergessen

Am 10. November 1938 wurden jüdische Oldenburger durch die Straßen der Stadt in die Deportation getrieben. Der Weg führte von der Polizeikaserne am Pferdemarkt vorbei an den rauchenden Trümmern der Synagoge und der jüdischen Schule in der Peterstraße mitten durch die Innenstadt zum Gerichtsgefängnis. Heute werden wieder jüdische Einrichtungen bedroht, müssen jüdische Menschen um ihr Leben fürchten, werden Menschen getötet.

Wir setzen ein Zeichen.

Wir gehen gemeinsam den Weg durch die Stadt, den die jüdischen Oldenburger 1938 gehen mussten.

Der Faden der Erinnerung
Die Oberschule Ofenerdiek, die in diesem Jahr den Erinnerungsgang gestaltet, ist ein Lernort für junge Menschen aus vielen Regionen dieser Welt. Wir nehmen den Faden der Erinnerung auf, um daraus ein Netz zu knüpfen. Wir befassen uns vielfältig mit der Geschichte und Gegenwart der jüdischen Menschen in Oldenburg.
Wissen, Erforschen, Erinnern und die kreative Auseinandersetzung sollen helfen, das Bewusstsein junger Menschen gegen menschenverachtende Parolen zu stärken. Nur ein Dialog, der die Erinnerung an den Holocaust einschließt, kann Grundlage für die Arbeit an einem friedlichen Miteinander sein.

 

Programm
 
ab 16.10.

Schulkino zum Erinnerungsgang

Anmeldung und Programm: 0441 / 2 48 96 46, info@cine-k.de, www.cine-k.de

Ort: Cine k, Bahnhofstraße

In der Zusammenarbeit des Cine k – Das Kino in der Kulturetage, des Arbeitskreises Erinnerungsgang und der Oberschule Ofenerdiek und ist ein interessantes Angebot entstanden. Mit der Filmauswahl möchten wir einen vielschichtigen Zugang zur Erinnerung anbieten

 

 

23.10.2019 | 18.00 Uhr

Masl Tov

Zum Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden in Oldenburg und der Region

In dieser Sendung werden Themen aus der Region aufgegriffen, die mit der Jüdischen Gemeinde oder der Geschichte von Juden in Oldenburg zu tun haben. Darüber hinaus werden antisemitische oder rassistische Tendenzen in der Region beleuchtet, Fragen der kollektiven Erinnerung behandelt. Es kommen Gäste von außerhalb zu Wort, die diese Themen beleuchten oder es wird ein Blick auf die Entwicklungen in Israel und dem Nahen Osten geworfen.

Auch in diesem Jahr findet in Oldenburg wieder am 10. November der Erinnerungsgang an die jüdischen Männer aus Oldenburg statt, die vom Pferdemarkt zum Gefängnis, vorbei an der brennenden Synagoge, getrieben wurden. In diesem Jahr bereiten unter anderem Schüler der Oberschule Ofenerdiek und ihr Lehrer Klaus Erdmann diesen Gang vor. In der Sendung stellen sie ihr Projekt vor, das sich auch auf die Erinnerungen von Ruth Simon bezieht.

Masl Tov am 23. Oktober 2019 um 18.00 Uhr, Wiederholung am 5. November um 18 Uhr auf Oeins, dem Lokalsender (auf 106,5, im Kabel und im Internet).

Redaktion und Moderation: Thomas Kleinspehn

Video Masl Tov Erinnerungsgang 2019
 

 

 

1.11. – 15.11.2019

Verfolgen und Aufklären

Die erste Generation der Holocaustforschung

Der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Menschen genauso wie auf die Zerstörung ihrer Kultur und die Verschleierung aller Spuren des Verbrechens.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben und der Arbeit von zwanzig Pionierinnen und Pionieren der Holocaustforschung und setzt ihnen damit ein Denkmal.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11 – 18 Uhr

Ort: St. Lamberti

 

3.11. – 24.11.2019

Ich kann nicht schweigen!

Holocaust-Zyklus von Tisa von der Schulenburg | Ausstellung

 

Künstlerin und Ordensfrau

Ausstellung ihres Holocaust-Zyklus

in der Kirche St. Stephanus, Windthorststr. 38, 26129 Oldenburg

Tisa von der Schulenburg (1903-2001) Rohrfederzeichnungen der Schwester des Widerstandskämpfers Fritz-Dietlof von der Schulenburg

Die Ausstellungseröffnung findet in einem besonderen Gottesdienst am 3. November um 10 Uhr statt.

Öffnungszeiten: sonntags von 11-12 Uhr (nach dem Gottesdienst), zu den Veranstaltungen zum Erinnerungsgang (s. Flyer) und mittwochs 9-11 Uhr

 

3.11.2019 | 17.00 Uhr

Niemand ist vergessen – nichts ist vergessen | Konzert

Zeugnisse von Ruth Simon und Anita Lasker, Texte und Musik

Ort: St. Stephanus, Bloherfelde

Ein Konzert zum Gedenken der November-Pogrome von 1938.
Die Ereignisse von damals sowie Perspektiven aus der heutigen Zeit werden musikalisch reflektiert von sechs jungen MusikerInnen aus ganz Deutschland –
das Alanus Ensemble. Es ist aus den Kursen für Intiuitive Musik mit Markus Stockhausen heraus entstanden und spielt in wechselnden Besetzungen im Rahmen von sozialrelevanten Projekten.

Sebastian Langer (Bassklarinette), Guido Eva (Violine), Anne Krickeberg (Violoncello), Tobias Müller (Perkussion), Caroline Breuninger und Ronald Poelman (Klavier)

 

 

 

Fotos © Carsten Lienemann
 

 

6.11.2019 | 9.00 Uhr

Wie man Auschwitz überlebt – oder – Eine Liebe im KZ

Die Schüler/Innen haben nicht nur intensiv an dem „Stück“ mitgearbeitet, sich u. a. kreativ in die visuelle Darbietung eingebracht, Requisiten zusammengestellt, Kostüme definiert, sondern sie formen sensibel und authentisch verschiedene Rollen und präsentieren ein Thema, welches nicht in Vergessenheit geraten darf. Gemeint ist hier die verheerende Judenverfolgung bis hin zu der Absicht, sie auszurotten.

Schultheater

Ort: Oberschule Ofenerdiek

 

6.11.2019 | 19.30 Uhr

Kamingespräche

Ich kann nicht schweigen!

Tisa von der Schulenburg – Künstlerin und Ordensfrau

Leben und Werk einer ungewöhnlichen Frau

Ort: St. Stephanus, Bloherfelde

 

7.11.2019 | 9.00 Uhr

Wie man Auschwitz überlebt – oder – Eine Liebe im KZ

Schultheater

Ort: Oberschule Ofenerdiek

 

7.11. – 15 .11. 2019

Der Faden der Erinnerung

Nichts ist vergessen – niemand ist vergessen

Ausstellung

Eröffnung 16.30 Uhr

Ort: Landesbibliothek am Pferdemarkt

 

 

Fotos © Fredo Behrens
 

 

 

 

7.11.2019 | 19.00 Uhr

Flamme sein!

Hans Scholl

Ohne Hans Scholl hätte es die Weiße Rose nicht gegeben.
Aber wie kam der 23-Jährige dazu, sein Leben im Kampf gegen
Hitler zu riskieren?

Vortrag von Robert M. Zoske

Ort: St. Lamberti

 

8.11.2019 | 18.00 Uhr

Die vorletzte Freiheit

Landschaften des Otto Dov Kulka

Film, anschließend Gespräch mit dem Filmemacher

Der Filmemacher Stefan Auch wird anwesend sein und steht im Anschluss an den Film zur Diskussion zur Verfügung. Der Dokumentationsfilm ist 2018 auf dem Jewish Film Festival in Jerusalem uraufgeführt worden. Otto Dov Kulka, Jahrgang 1933, ist Auschwitzüberlebender und hat als Professor an der Hebrew-University in Jerusalem über den modernen Antisemitismus geforscht.

Ort: Cine k, Bahnhofstraße

 

9.11.2019 | 17.30 Uhr

… denn er ist wie Du

Ökumenischer Gottesdienst

anschließend um 19.00 Uhr

Begegnung mit der Jüdischen Gemeinde im Oldenburgischen Staatstheater

Ort: Garnisonkirche und Oldenburgisches Staatstheater

 

 

10.11.2019 | 14.00 Uhr

Nichts ist vergessen – niemand ist vergessen

Andacht

gestaltet von Schülerinnen und Schülern der Oberschule Ofenerdiek

Ort: Garnisonkirche

 

10.11.2019 | 15.00 Uhr

Erinnerungsgang

Start im Innenhof der Landesbibliothek am Pferdemarkt

 

17.11.2019 | 16.00 Uhr

Mut zum Leben

Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz

Film, anschließend Gespräch mit der Filmemacherin

Ort: St. Stephanus, Bloherfelde

Filmveranstaltung mit der Autorin und Regisseurin Christa Spannbauer (Berlin)

Film mit
Esther Bejarano, Sängerin, 94, Hamburg:
„Wenn ich das schon überlebt habe, dann muss ich doch wieder
anfangen zu leben und alles dafür tun, dass so etwas nie wieder
geschieht.“

Jehuda Bacon, Maler, 89, Jerusalem:
„Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt.“

Éva Pusztai-Fahidi, Autorin, 93, Budapest:
„In uns, die wir aus Auschwitz zurückgekommen sind, ist die
Lebenskraft sehr tief. Wir wissen, wie teuer das Leben ist.“

Greta Klingsberg, Sängerin, 89, Jerusalem:
„Überlebt zu haben, ist noch keine Auszeichnung. Es kommt darauf an, was man daraus macht.“

Sie erfuhren die Unmenschlichkeit am eigenen Leibe und wurden zu Lehrern der Menschlichkeit. Sie haben Auschwitz überlebt und machen uns heute Mut zum Leben. Der Film porträtiert vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit.
In eindrücklicher Weise bezeugen die Porträtierten, dass es neben dem unermesslichen Leiden des Holocaust auch noch etwas anderes gibt: den Triumph der Menschlichkeit über die Unmenschlichkeit, der sich in einer großen Liebeserklärung an das Leben kundtut.

Drehort war neben Jerusalem, Budapest, Hamburg und Berlin auch Würzburg, wo sich Esther Bejarano, Greta Klingsberg und Éva Pusztai-Fahidi anlässlich der Wiederaufführung der Kinderoper Brundibar erstmals trafen.

„Ein neuer, hoch aktueller Zugang zum Thema Holocaust, der dem scheinbar schon oft Erzählten und dennoch Einzigartigen eine wertvolle und faszinierende Facette hinzufügt: die Möglichkeit zu Lebensmut und Lebenswillen, zu Empathie, zur Wahrung der Würde des Menschen und zur Kraft des Widerstands, die der Einzelne selbst unter unvorstellbaren Lebensbedingungen bewahren und entwickeln kann.“
(Prof. Dr. Johannes Tuchel, Historiker, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Informationen zum Film: www.christa-spannbauer.de

 

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Die Oberschule Ofenerdiek übernimmt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Erinnerungsgang die Gestaltung des Erinnerungsgangs 2019